Eintopf

Es gibt viele Töpfe. Solche aus Eisen, Stahl, Aluminium, Plastik oder eben auch aus Ton. Reiche, arme, volle, leere und einsame!

Da war also einmal ein solcher, der war lange, lange, lange sehr allein. Zwar war er topf-fit, stets in Topf-form und dennoch - niemand wusste eigentlich warum - topf-los einsam. Er wartete in der Ausziehschublade auf Arbeit, welche er auch gelegentlich bekam, aber dennoch viel weniger als seine Brüder vom Topf-management. Und wenn er arbeiten durfte, wurde er stets zuerst mit dem Topf-Lappen gereinigt, damit er auch ja ein appetitliches Aussehen hatte. Man wusste ja nie….

Da endlich traf er auf den Herdplatten einen anderen Topf mit einer feinen, grazilen Topf-Form. Es kam, wie es kommen musste - die beiden verliebten sich topflos ineinander. Welch ein Wunder, da wäre aus dem Eintopf  ganz schell fast ein Zweitopf geworden. Die Herdplatten heizten ihnen gehörig ein.

Wie es aber so zu geschehen pflegt, konnte der Eintopf nicht an sich halten und begann, dem Paartopf an der Teflonbeschichtung zu grapschen, weil - er war ja ein Dampfkochtopf - das Ventil zu pfeifen begann. Das aber wiederum gefiel dem Zweitopf nicht, und der Eintopf erhielt postwendend eins auf den Deckel!

Gefallen hätte es dem Zweitopf zwar schon, was der Eintopf da versucht hat, aber so leicht wollte er sich nun doch nicht erobern lassen. Er hätte der ganzen Entwicklung auch keinen Dienst getan, denn Zweitöpfe wollen nun einmal nicht mir nichts, dir nichts in einen Topf gehauen werden! Zudem wusste der Zweitopf nicht, wie dicht die Gummidichtung des Dampfkochtopfes noch war.

Glücklicherweise liessen sie nichts anbrennen. Dank Nano-Versiegelung geschah nichts Ungewolltes, auch wenn die beiden auf den Geschmack gekommen waren und sich kurz vor dem Überlaufen befanden.

Die Geschichte hat leider kein Happy-End! Der Zweitopf war nämlich nicht aus Edelstahl gefertigt, und "Wok"te away. Schade!

Und so war der Eintopf wieder das, was er immer war, eben ein Topfsingle. Armer T(r)opf!

Simon Anderhub der Mann, der das Lachen erfunden hat. Sein Geist sprudelt verspielt im Champagner-Glas, unterhaltsam und inspirierend. Und wie das Glas, das zuviel war am Abend, fördert er mit seinem scharfsinnigen Humor so manche Geheimzutat aus unseren Lebenseintöpfen zu Tage.

Simon Anderhub, Mai 2011

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